Ein Monat voller Brüllaffen-Rufe und ein ganz besonderer Start: Ende März 2026 tauschten wir den Alltag gegen den Dschungel Costa Ricas. Gleich in der ersten Woche feierte unsere Tochter an der wilden Karibikküste ihren 5. Geburtstag. Wir brachen auf, um die „Schweiz Mittelamerikas“ zu erkunden – und kehrten mit einer kleinen Entdeckerin zurück, für die es keinen schöneren Ort gab, um ein Jahr älter und ein Stück mutiger zu werden.
Von Karibik bis Pazifik
Die Route unsere Costa Rica Rundreise entstand spontan vor Ort. Außer dem Mietwagen, einer Nacht in Flughafennähe und den ersten vier Nächten auf der Karibikseite war nichts geplant und gebucht.
Am Ende wurde das daraus:
1. Alajuela und Pierella Ecological Garden
Nach einer Übernachtung in der Nähe des Flughafens SJO startete unsere Route Richtung Karibisches Meer.
Um die ca. dreistündige Fahrt zu verkürzen haben wir auf halber Strecke einen Zwischenstop im Pierella Ecological Garden gemacht.
Dabei konnten wir die erste Bekanntschaft mit der heimischen Tierwelt machen: Kolibris, Fledermäuse, Brüllaffen, Eisvögel, Pfeilgiftfrösche, Schmetterlinge und das erste Faultier.
























Caribe
2. Cahuita
Zur Akklimatisierung an die neue Zeitzone haben wir uns dazu entschlossen unsere Reise auf der Karibikseite zu beginnen und uns für vier Nächte in Cahuita einquartiert.




































3. Tortugero National Park
Der ‚Schildkröten-Nationalpark‘ – so die Übersetzung aus dem Spanischen – ist eine Welt für sich, die ausschließlich per Boot oder Kleinflugzeug erreichbar ist. Drei Nächte verbrachten wir in dieser abgeschiedenen Wildnis und erkundeten die verzweigten Kanäle sowie den dichten Dschungel zu Wasser bzw. zu Fuß.
Obwohl die Hauptsaison für die Eiablage der Grünen Meeresschildkröte (Juli bis Oktober) bereits vorbei war, blieb der Park ein Erlebnis. Besonders eindrucksvoll war die Präsenz der Jaguare: Wir waren überrascht, frische Jaguarspuren in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft zu entdecken – und sogar die Überreste eines zerlegten Schildkrötenpanzers zu finden. Auch wenn wir persönlich keinen zu Gesicht bekommen haben, ist es doch ein deutliches Zeichen dafür, dass man sich hier im Jagdrevier der größten Raubkatze Amerikas befindet.

















































4. La Fortuna & Arenal Vulkan Gegend
Der Vulkan Arenal thront mit seinen 1633m fast so majestätisch über der Landschaft wie unsere heimische Kampenwand (1669 m) – doch der Vergleich hinkt, sobald man unter die Oberfläche blickt. Bis Oktober 2010 war der Arenal über vier Jahrzehnte lang im Dauereinsatz. Nachts boten die glühenden Lavaströme und herabstürzenden Gesteinsbrocken ein fast schon surreales Naturschauspiel.
Auch wenn die spektakulären Ausbrüche aktuell pausieren: Erloschen ist dieser Riese noch lange nicht. Die enorme Erdwärme spürt man überall – besonders intensiv beim Bad in den geothermisch erhitzten Flüssen, die sich durch die Gegend schlängeln. Inmitten des tiefen Dschungels verstecken sich zudem weitere Highlights wie der La Fortuna Wasserfall, dessen Wassermassen sich kraftvoll in ein smaragdgrünes Becken stürzen.








































5. Monte Verde
Sonderos Viento Fresco
Auf dem Weg nach Monteverde legten wir auf halber Strecke einen Zwischenstopp bei den Senderos Viento Fresco Wasserfällen ein. Hier zahlte sich unsere Entscheidung für einen kompakten Allrad-SUV zum ersten Mal so richtig aus: Die Piste hinunter zum Startpunkt der Wanderung war eine echte Herausforderung. Ohne die nötige Bodenfreiheit und den 4×4-Antrieb wäre auf diesem zerfurchten Weg schnell Schluss gewesen. So aber wurde schon die Anfahrt zum ersten kleinen Offroad-Abenteuer, bevor wir überhaupt die Wasserfälle erreichten.
Das Abenteuer lohnte sich: Vor Ort erwartete uns eine Kaskade spektakulärer als die andere. Dank der abgelegenen Lage hatten wir die Fälle fast für uns allein und konnten die unberührte Natur ohne die üblichen Touristenmassen bestaunen.









Santa Elena
Unser Basislager für die mystischen Cloud Forests war Santa Elena. Im Curi-Cancha-Reservat empfing uns der Wald noch fast sanft – ein Mix aus freundlichem Licht und feinem, typischem Nebelnieseln.
Doch im Monteverde Cloud Forest Reserve zeigte der Regenwald dann sein wahres, wildes Gesicht: Auf unserem Weg zur kontinentalen Wasserscheide machte der Wald seinem Namen alle Ehre. Als wir genau dort standen, wo sich entscheidet, ob ein Tropfen im Pazifik oder in der Karibik landet, öffneten sich die Schleusen. Ein massiver Platzregen peitschte durch das dichte Grün, welcher so gewaltig war, dass die Grenzen zwischen Wasser und Land verschwammen. Es war so unglaublich nass, dass uns mitten im Bergdschungel plötzlich sogar ein Krebs auf dem Wanderweg entgegenkam.
Die Wanderung wurde letztendlich zu einem unvergesslichen, triefend nassen Abenteuer.



























Pacific Side – Nicoya Halbinsel
Diese Peninsula im Nordwesten des Landes ist bei Touristen äußerst beliebt.
6. Playa Carrillo / Samara
Um dem Trubel der Touristenhochburgen wie Tamarindo zu entfliehen, haben wir uns für das deutlich entspanntere Playa Carrillo direkt neben Sámara entschieden.
Eine goldrichtige Wahl: Nach den intensiven Wochen voller Nationalparks, Offroad-Pisten und Wasserfall-Wanderungen war es Zeit, einen Gang zurückzuschalten. Die nächsten Tage gehörten ganz der Erholung – mit dem perfekten Mix aus einsamen Strand, Schnorcheln und dem Pool unserer Unterkunft.













7. Montezuma
Weiter ging es auf die Ostseite der Nicoya-Halbinsel in das verträumte Montezuma über eine abenteuerliche Off-Road-Piste. Das Dorf hat sich seinen entspannten Hippie-Charme bewahrt, und auch das Wildlife war hier unsere direkte Nachbarschaft: Leguane und Basilisken sonnten sich am Pool, während Affen durch die Bäume turnten. Sogar die Insektenwelt beeindruckte durch ihre Größe – die Motten hier können gut und gerne mal handtellergroß werden.
Ein interessantes Ziel in der Umgebung war die Wanderung zum El Chorro Wasserfall. Er ist einer der wenigen Wasserfälle weltweit, die direkt in den Ozean stürzen. Es ist ein faszinierender Anblick, wie das Wasser am Ende des Strandes unmittelbar in die Meeresbrandung fließt – ein eher seltenes Naturphänomen, das den Marsch entlang der Küste definitiv wert war.



























Zentralpazifik
Uvita
Der Marino Ballena Nationalpark ist ein Ort, an dem die Natur ihre eigene Architektur erschafft: Berühmt für seine gigantische, natürliche Sandbank in Form einer Walflosse, bietet der Park ein faszinierendes Schauspiel. Nur bei Ebbe gibt das Meer den Weg frei, sodass man trockenen Fußes weit hinaus auf die ‚Flosse‘ wandern kann, während links und rechts die Brandung peitscht.
Die Kulisse ist spektakulär – der dichte, tiefgrüne Dschungel reicht hier bis unmittelbar an den Pazifik. Und als wäre das nicht schon paradiesisch genug, erwartete uns direkt über dem Strand ein echtes Wildlife-Spektakel: In den Wipfeln der Küstenbäume leuchteten die tiefroten Federn der Hellroten Aras (Ara Macao).
Doch die Küste bot weit mehr als nur Strand. In Uvita wartete ein ganz besonderer Nervenkitzel auf uns: der gleichnamige Wasserfall, der eine natürlichen Wasserrutsche bildet. Mit einer Mischung aus Herzklopfen und Vorfreude stürzte ich mich die glitschigen Felsen hinunter in der Hoffnung, dass die Badehose nicht reißt, was zum Glück aller Anwesenden auch geklappt hat.
Das absolute Kontrastprogramm folgte einen Tag später mit der Wanderung zu den Nauyaca Waterfalls. Der Weg dorthin forderte uns bei der tropischen Hitze alles ab, doch der Anblick der gewaltigen Kaskaden entschädigte für jeden Schweißtropfen. Über mehrere Ebenen stürzt das Wasser hier in die Tiefe und formt gigantische natürliche Pools.





































Tambor (Provinz Alajuela)
Die ideale Lage zum Flughafen – für einen „Sonnenaufgangs“-Rückflug unerlässlich – nutzten wir für den entspannten Endspurt:
Die Zeit zwischen Kofferpacken und Rückreise verbrachten wir im tropischen Garten und am Pool unserer Unterkunft. Ein perfekter Ort, um die staubigen Offroad-Abenteuer der letzten Wochen abzuschütteln, die Kameraspeicher zu checken und ein letztes Mal die Wärme Costa Ricas aufzusaugen, bevor uns der Alltag wiederhat



Wie immer ein wunderschönes Album mit super Erklärung freu mich für Euch für den wunderschönen Urlaub.
Mega